Über das Stück

„Dio è nero!“ - „Gott ist schwarz!“, der letzte große Theatertext von Dario Fo, der im Oktober 2016 im Alter von 90 Jahren starb, ist als Auseinandersetzung mit einer Gruppe religiöser Fundamentalisten entstanden, die das Mailänder Naturkunde-Museum vor einigen Jahren mit Steinen gegen Fenster und Fassaden attackiert hatten, um gegen Darwins Evolutionstheorie zu protestieren. Aus Solidarität mit diesem prominenten Haus, einem der wichtigsten italienischen Museen, stellte Dario Fo im Februar 2011 - direkt im Museum - seinen Text „Gott ist schwarz!“ vor, in dem er die Form eines antiken Streitgesprächs imitiert. Darin streiten der kindlich-naive „Simplicio“ und ein allwissender Gelehrter um die Frage, wie der Mensch entstanden ist, und ob religiöse Betrachtung und wissenschaftliches Denken sich ergänzen oder widersprechen. "Gott ist schwarz!" ist eine Perle satirisch-bissiger Sprach- und Sprechkunst.

Die Zukunftsprognose, die der Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo seinem Wissenschaftler in den Mund legt, ist mehr als düster. Er sagt der heutigen Zivilisation den „Black-Out“ voraus: „Leider gibt es nur eine Erde, und bisher haben wir im Universum weder einen Ersatzplaneten gefunden noch eine Arche Noah, auf der wir über dem Desaster dahinsegeln könnten. Der einzige Ausweg ist, dass wir unsererseits zu Steinzeitmenschen werden, vielleicht der einzige Weg, der uns bleibt, um etwas menschlicher zu werden.“

In unserer Inszenierung wird der Text von Dario Fo in Form einer szenischen Lesung mit musikalischen Einwürfen eines Gospel-Trios und eines klassischen Vokal-Ensembles kommentiert und begleitet.

 

Aufführung am Sonntag, 15. Januar 2017 um 20 Uhr im Turm der St. Georgskirche Hamburg

 

Szenische Lesung der Bagonghi Compagnie Hamburg

Musik: 8singers und GospelSisters

 

Eintritt: 5 Euro (ermäßigt: 3 Euro)

Mitwirkende

Bagonghi Compagnie Hamburg

Die Bagonghi Compagnie Hamburg, das sind sieben junge theaterbegeisterte Erwachsene, enthusiastische Laien, zwei Frauen und fünf Jungs, außerdem ein junger Allrounder als Regisseur, Kassenwart, Dramaturg und Pfleger sämtlicher emotionaler Wunden. Sie haben sich alle auf einer Hamburger Schule kennen gelernt, dem Albert-Schweitzer-Gymnasium, und seit fast einem Jahrzehnt in der Hauptsache Theater gespielt. Dies taten sie zusammen mit ihrem ehemaligen Kindertheater-Chef, der - jetzt im Ruhestand - dringend wieder Arbeit suchte.

„Mamma hat den besten Shit“ im Oktober 2016 war ihre erste außerschulische Zusammenarbeit und Bagonghi, der große, kleine Clown, dem Dario Fo in seinem politischen Küchenspektakel einen wundersam komischen Nachruf widmet, wurde ihr Schutzheiliger.

 

Bei "Gott ist schwarz!" lesen und spielen Cobian Adjei-Freeman, Judith Ahrens, Ben Heitmann, Paul Roth und Henriette Sobik. Regie führen Hans Happel und Philipp Roth.

8singers

8singers heißt das aktuelle Vokalensemble des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Hamburg. Es setzt sich aus sieben Schülerinnen und Schülern der 12. Klasse des ASG sowie einem ehemaligen Schüler zusammen. Unter der Leitung von Walter Bially arbeiten die Sängerinnen und Sänger einmal wöchentlich an ihrem Repertoire unterschiedlichster Stile und Epochen. Die Mitglieder sind:


Sopran: Clarissa Undritz, Ariane Thieß, Lara Hüsges
Alt: Clara Bambirra Malich, Emilia Völker
Tenor: Janco Ohlen
Bass: Till Henniges, Benedict Deutsch

GospelSisters

Wondibel, Prisca und Wendy sind drei junge Stimmen aus der Gemeinde St. Georg-Borgfelde. Sie kennen sich durch die Kirche und lieben es zusammen Musik zu machen, um das Wort Gottes zu verbreiten.

Das Plakatbild stammt von Sushi Glocker.
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